Als Busfahrer Quereinsteiger haben Sie 2026 gute Chancen: Verkehrsbetriebe in ganz Deutschland suchen neues Fahrpersonal – auch Menschen ohne Erfahrung im Personenverkehr. Dieser Ratgeber zeigt, welchen Führerschein Sie brauchen, wie die Berufskraftfahrer-Qualifikation abläuft, was der Weg kostet und wie die Agentur für Arbeit ihn mit dem Bildungsgutschein fördern kann.
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Laut dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) fehlen bundesweit rund 25.000 Busfahrerinnen und Busfahrer allein im ÖPNV und Gelegenheitsverkehr (Stand Januar 2026). Der Beruf passt zu Menschen, die gern mit Fahrgästen zu tun haben, ruhig bleiben und Verantwortung übernehmen. Viele Verkehrsunternehmen bieten in ihren Stellenanzeigen ausdrücklich einen Quereinstieg mit Ausbildung an.
Offene Stellen finden Sie in der offiziellen Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit. Über den Button unten gelangen Sie direkt zur Suche nach Busfahrer-Stellen. Wir vermitteln keine Jobs und nehmen keine Bewerbungen an – Sie bewerben sich immer direkt beim Verkehrsunternehmen.
Was macht ein Busfahrer (m/w/d)?
Busfahrer befördern Fahrgäste sicher, pünktlich und freundlich. Neben dem Fahren gehören die Abfahrtskontrolle, der Fahrscheinverkauf oder die Fahrscheinkontrolle, Auskünfte an Fahrgäste und die Hilfe beim Ein- und Aussteigen dazu, etwa mit Rollstuhl oder Kinderwagen.
Einsatzbereiche
- Linienverkehr in Stadt und Region (ÖPNV): feste Linien nach Fahrplan, Dienst im Schichtsystem.
- Schülerverkehr: Fahrten zu festen Zeiten am Morgen und Mittag, oft auch in Teilzeit.
- Reise- und Fernbusverkehr: längere Strecken, teils mehrtägig und international.
- Werks-, Shuttle- und Flughafenverkehr: Transfers für Unternehmen, Hotels oder Flughäfen.
Voraussetzungen für Busfahrer Quereinsteiger
Für den gewerblichen Personenverkehr brauchen Sie den Busführerschein der Klasse D (für Busse mit mehr als acht Fahrgastplätzen) und die Berufskraftfahrer-Qualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz (BKrFQG). Voraussetzung für Klasse D ist die Klasse B.
Führerschein Klasse D
Für den Busführerschein verlangt die Fahrerlaubnis-Verordnung unter anderem eine ärztliche Untersuchung und einen Sehtest. Viele Arbeitgeber verlangen zusätzlich ein Führungszeugnis. Gute Deutschkenntnisse sind im Kontakt mit Fahrgästen wichtig.
Berufskraftfahrer-Qualifikation (Schlüsselzahl 95)
Quereinsteiger erwerben meist die beschleunigte Grundqualifikation. Laut Berufskraftfahrerqualifikationsverordnung (BKrFQV) umfasst sie 140 Unterrichtseinheiten zu je 60 Minuten, davon mindestens zehn am Steuer, und endet mit einer schriftlichen Prüfung von 90 Minuten bei der IHK. Den Führerschein müssen Sie dafür vorher nicht besitzen. Die Qualifikation wird als Schlüsselzahl 95 im Führerschein eingetragen.
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Alternative: Berufsausbildung
Wer mehr Zeit hat, kann eine duale Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb (m/w/d) oder zum Berufskraftfahrer (m/w/d) machen. Laut IHK dauert die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb drei Jahre. Sie umfasst neben dem Fahrdienst auch Kundenservice, Planung und Disposition im Nahverkehr.
Mindestalter für den Busführerschein
| Weg | Mindestalter Klasse D | Einschränkung |
|---|---|---|
| Ohne Grundqualifikation | 24 Jahre | – |
| Beschleunigte Grundqualifikation | 23 Jahre | – |
| Beschleunigte Grundqualifikation, Linienverkehr bis 50 km | 21 Jahre | nur Linien bis 50 km, bis zum 23. Geburtstag |
| Grundqualifikation (IHK-Prüfung Theorie und Praxis) | 21 Jahre | – |
| Ausbildung Berufskraftfahrer/in oder Fachkraft im Fahrbetrieb | 20 Jahre (18 Jahre im Linienverkehr bis 50 km) | im Rahmen der Ausbildung |
Quelle: § 10 Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), Stand 2026.
Gehalt: Was verdienen Busfahrer laut Bundesagentur für Arbeit?
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit zeigt den Median der Bruttomonatsentgelte von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten. Die Werte unten gelten für Bus- und Straßenbahnfahrer/innen auf Fachkraftniveau zum Stichtag 31.12.2025.
| Region | Median brutto/Monat | Unteres Viertel (Q25) | Oberes Viertel (Q75) |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 3.733 € | 3.403 € | 4.118 € |
| Baden-Württemberg | 4.135 € | 3.686 € | 4.558 € |
| Hamburg | 3.905 € | 3.621 € | 4.141 € |
| Berlin | 3.781 € | 3.538 € | 3.982 € |
| Nordrhein-Westfalen | 3.766 € | 3.461 € | 4.182 € |
| Bayern | 3.737 € | 3.333 € | 4.145 € |
| Niedersachsen | 3.541 € | 3.161 € | 3.910 € |
Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Bus- und Straßenbahnfahrer/innen, Fachkraft, Stichtag 31.12.2025.
Viele kommunale Verkehrsbetriebe zahlen nach Tarifvertrag. Wie viel Sie als Einsteiger verdienen, hängt von Tarif, Region, Erfahrungsstufe und Zuschlägen ab. Eine bestimmte Lohnhöhe kann niemand versprechen – maßgeblich ist Ihr Arbeitsvertrag.
Arbeitszeiten und Schichten im Busverkehr
Busse fahren früh am Morgen, spät am Abend, an Wochenenden und Feiertagen. Deshalb arbeiten Busfahrer meist im Schichtdienst mit wechselnden Diensten. Häufig gibt es geteilte Dienste: Sie fahren am Morgen und am Nachmittag, dazwischen liegt eine längere Pause.
Im Reise- und Fernbusverkehr gelten die EU-Lenk- und Ruhezeiten nach der Verordnung (EG) Nr. 561/2006: höchstens 9 Stunden Lenkzeit pro Tag (zweimal pro Woche 10 Stunden), höchstens 56 Stunden pro Woche und nach 4,5 Stunden eine Pause von mindestens 45 Minuten. Für den Linienverkehr bis 50 km gelten nationale Arbeitszeitregeln. Teilzeit ist vor allem im Schülerverkehr verbreitet.
Kosten: Was kostet der Busführerschein für Quereinsteiger?
Fahrschulen legen ihre Preise selbst fest. Die Bundesregierung hat nach eigener Antwort an den Bundestag vom April 2026 keine Daten zu durchschnittlichen Kosten der Führerscheinausbildung D und DE. Holen Sie deshalb mehrere schriftliche Angebote ein. Amtlich festgelegt sind die Gebühren für Prüfung und Erteilung:
| Kostenbaustein | Betrag | Grundlage |
|---|---|---|
| Theoretische Prüfung (je Klasse) | 11,10 € + 9,90 € für die Prüfung am PC | GebOSt Nr. 401.1 und 401.3 |
| Praktische Prüfung Klasse D oder D1 | 164,50 € | GebOSt Nr. 402.6 |
| Praktische Prüfung Klasse DE oder D1E | 156,70 € | GebOSt Nr. 402.7 |
| Erteilung oder Erweiterung der Fahrerlaubnis | 35,70 € | GebOSt Nr. 202.1 |
| Fahrschule, Unterricht, Grundqualifikation | frei kalkuliert | Angebot der Fahrschule bzw. Ausbildungsstätte |
Quelle: Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt), Stand 12.08.2026. Prüforganisationen wie TÜV oder DEKRA können zusätzlich Umsatzsteuer ausweisen.
Wenn der Arbeitgeber ausbildet
Ein Teil der Verkehrsunternehmen bildet Quereinsteiger selbst aus und übernimmt laut eigenen Stellenanzeigen die Kosten für Führerschein und Qualifikation. Lesen Sie in diesem Fall den Vertrag genau: Häufig gibt es Bindungsfristen oder Rückzahlungsklauseln, falls Sie früh kündigen.
Bildungsgutschein für Busfahrer Quereinsteiger
Mit dem Bildungsgutschein nach § 81 SGB III kann die Agentur für Arbeit den Busführerschein mit Grundqualifikation fördern. Laut Bundesagentur können Lehrgangskosten einschließlich Prüfungsgebühren und Lernmitteln, Fahrkosten, Kinderbetreuung und bei Bedarf Unterkunft übernommen werden.
- Vorher ist ein persönliches Beratungsgespräch nötig; die Agentur entscheidet im Einzelfall.
- Die Weiterbildung muss notwendig sein, etwa um Arbeitslosigkeit zu beenden oder zu vermeiden.
- Fahrschule und Lehrgang müssen von einer fachkundigen Stelle zugelassen sein.
- Der Gutschein ist befristet, regional begrenzt und an ein Bildungsziel gebunden.
- Seit 01.01.2025 fördert die Agentur für Arbeit auch Kundinnen und Kunden der Jobcenter.
Laut Bundesagentur können auch Beschäftigte ganz oder teilweise gefördert werden. Bei einer Umschulung mit Berufsabschluss, etwa zur Fachkraft im Fahrbetrieb oder zum Berufskraftfahrer, sind zusätzlich 150 € Weiterbildungsgeld im Monat möglich.
Bewerbung als Busfahrer Schritt für Schritt
- Suchen Sie in der Jobbörse nach „Busfahrer“ und achten Sie auf Hinweise wie „Quereinstieg“ oder „Ausbildung zum Busfahrer“.
- Prüfen Sie, ob das Unternehmen selbst ausbildet oder ob Sie den Führerschein vorher brauchen.
- Klären Sie bei Bedarf mit Ihrer Agentur für Arbeit oder Ihrem Jobcenter eine Förderung per Bildungsgutschein.
- Bereiten Sie Lebenslauf, Führerschein (beide Seiten) und Zeugnisse vor.
- Bewerben Sie sich direkt beim Verkehrsunternehmen über die offizielle Adresse aus der Anzeige.
- Rechnen Sie mit Gespräch, Eignungstest oder Probefahrt und einer arbeitsmedizinischen Untersuchung.
Ihre Rechte als Busfahrer (m/w/d)
- Mindestlohn: Seit 01.01.2026 gilt laut Bundesregierung ein gesetzlicher Mindestlohn von 13,90 € brutto pro Stunde, zum 01.01.2027 steigt er auf 14,60 €. Tarifverträge sehen oft höhere Löhne vor.
- Probezeit: höchstens sechs Monate mit zwei Wochen Kündigungsfrist (§ 622 BGB).
- Arbeitsvertrag: Die wesentlichen Bedingungen müssen Sie schriftlich erhalten (Nachweisgesetz).
- Nachtarbeit: Nach dem Arbeitszeitgesetz steht Ihnen ein angemessener Zuschlag oder Freizeitausgleich zu.
- Pausen und Ruhezeiten: Sie sind gesetzlich vorgeschrieben und müssen im Dienstplan eingehalten werden.
Tipps für Lebenslauf und Vorstellungsgespräch
Heben Sie Erfahrungen mit Kunden hervor, zum Beispiel aus Handel, Gastronomie oder Pflege. Wer im Dienstleistungsbereich gearbeitet hat, kann im Gespräch gut zeigen, dass er freundlich und belastbar ist. Auch ein sauberer Punktestand in Flensburg ist ein Pluspunkt.
Bereiten Sie Antworten auf typische Situationen vor: ein Fahrgast ohne Fahrschein, ein Streit im Bus, eine Verspätung wegen Stau. Fragen Sie selbst nach Dienstplanung, geteilten Diensten, Einarbeitung und Vorgaben zu Bindungsfristen.
Häufige Fehler als Busfahrer Quereinsteiger
- Den Lehrgang selbst bezahlen, bevor die Förderung oder die Kostenübernahme schriftlich zugesagt ist.
- Das Mindestalter übersehen – mit beschleunigter Grundqualifikation sind es 23 Jahre (21 Jahre im Linienverkehr bis 50 km).
- Rückzahlungsklauseln im Vertrag nicht lesen.
- Die Pflicht zur Weiterbildung vergessen: Laut BKrFQG ist alle fünf Jahre eine Weiterbildung von 35 Stunden nötig.
- Schichtdienst und Wochenendarbeit unterschätzen.
Betrug erkennen: Darauf sollten Sie achten
Seriöse Verkehrsunternehmen verlangen kein Geld für eine Bewerbung, eine Vermittlung oder einen garantierten Ausbildungsplatz. Der Bildungsgutschein ist kostenlos – niemand darf Ihnen dafür eine Gebühr berechnen.
- Zahlen Sie nie im Voraus für eine Stelle oder einen angeblich „sicheren“ Führerschein.
- Senden Sie keine Fotos von Ausweis, Führerschein oder Bankkarte per WhatsApp an Unbekannte.
- Prüfen Sie Impressum, Adresse und Telefonnummer des Unternehmens.
- Misstrauen Sie Angeboten, die nur per Messenger laufen und keinen schriftlichen Vertrag bieten.
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Wenn Sie lieber Waren transportieren, lesen Sie unseren Ratgeber LKW-Fahrer werden mit Bildungsgutschein. Auch Flughafen Jobs für Quereinsteiger bieten Fahr- und Servicetätigkeiten. Weitere Möglichkeiten finden Sie bei den Quereinsteiger Jobs ohne Ausbildung und in unserer Übersicht Jobs in Deutschland.
Häufige Fragen
Kann ich ohne Erfahrung als Busfahrer Quereinsteiger anfangen?
Ja, Erfahrung im Personenverkehr ist nicht nötig. Sie brauchen die Klasse B, den Busführerschein D und die Berufskraftfahrer-Qualifikation. Viele Verkehrsunternehmen nennen den Quereinstieg ausdrücklich in ihren Stellenanzeigen.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Busfahrer für Quereinsteiger?
Das hängt vom Lehrgang ab. Die beschleunigte Grundqualifikation umfasst laut BKrFQV 140 Unterrichtseinheiten zu je 60 Minuten, dazu kommen Fahrstunden und Prüfungen für Klasse D.
Wer bezahlt den Busführerschein?
Entweder Sie selbst, der künftige Arbeitgeber oder die Agentur für Arbeit über einen Bildungsgutschein. Die Förderung setzt ein Beratungsgespräch und einen zugelassenen Lehrgang voraus.
Ab welchem Alter kann ich Busfahrer werden?
Laut FeV mit beschleunigter Grundqualifikation ab 23 Jahren, im Linienverkehr bis 50 km ab 21 Jahren. Während einer Berufsausbildung gelten niedrigere Altersgrenzen.
Was verdienen Busfahrer?
Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit lag der Median für Bus- und Straßenbahnfahrer in Vollzeit Ende 2025 bei 3.733 € brutto im Monat. Ihr Lohn hängt von Tarif, Region und Zuschlägen ab.
Wo finde ich Stellen für Busfahrer Quereinsteiger?
In der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit und auf den Karriereseiten der Verkehrsbetriebe. Bewerben Sie sich immer direkt beim Unternehmen.
Quellen
- § 10 Fahrerlaubnis-Verordnung (Mindestalter)
- § 2 Berufskraftfahrerqualifikationsverordnung (beschleunigte Grundqualifikation)
- Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt), Anlage
- Bundesagentur für Arbeit: Bildungsgutschein
- Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit
- Lobbyregister des Bundestages: VDV zum Fahrpersonalmangel (21.01.2026)
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